
"Bedrohungslage ist nach wie vor hoch" – Spezialkräfte sollen neue Krawalle in Frankreich verhindern

Die weiterhin angespannte Lage in Frankreich lässt Paris aufrüsten. Rund 70.000 Polizisten und Gendarmen sind an diesem Samstag im Einsatz, um erneute Ausschreitungen und Plünderungen zu verhindern. In Paris bleiben weltberühmte Museen wie der Louvre und das Musée d'Orsay geschlossen.
Der Place de la Bastille wurde von der Polizei geräumt. Eine Demonstration war geplant, die von dort zum Place de la Nation führen sollte, doch die Pariser Polizeipräfektur untersagte die geplante Route, wie Le Figaro berichtet. "Nach 635 Kontrollen wurden zahlreiche verbotene Gegenstände beschlagnahmt und mehrere Personen festgenommen", teilte das Pariser Polizeipräsidium mit und betonte: "Wir werden konsequent durchgreifen. Die Lage in Paris ist derzeit ruhig."
À l’instant, au mégaphone en français et anglais, la police demande d’évacuer la place de la Bastille en expliquant que la seule manif autorisée c’est Porte d’Italie - Porte de Vincennes https://t.co/l7QWWxGPTz
— Ludovic de Foucaud (@ludovicdf) October 24, 2026
In Lyon hat die Präfektur seit heute Morgen 17 Festnahmen wegen Waffenbesitzes, Drogenbesitzes und Versammlungsverstößen registriert. Trotz des vom Verwaltungsgericht bestätigten Demonstrationsverbots bildete sich in Clermont-Ferrand ein nicht genehmigter Demonstrationszug, der durch die Stadt zog. Die Menge wurde mit Tränengas aufgelöst.
🔴 Lyon : à la Manufacture des tabacs (8e), des manifestants scandent "ACAB" face aux CRS, qui chargent au pas de course pour disperser le groupe. Pas de heurts visibles. #24octobre #giletsjaunes #Lyon Suivez la mobilisation en direct 👇 https://t.co/DcQQgAQHrU https://t.co/EIkIKvdoJn
— actu Lyon (@actufr_lyon) October 24, 2026
BREAKING: Riots have broken out in Clermont-Ferrand. The French riot police are moving in with pepper spray https://t.co/LcTcORCTLO
— Visegrád 24 (@visegrad24) October 24, 2026
Mehrere Städte wie Marseille haben Demonstrationen verboten oder Ausgangssperren verhängt – das Prozedere erinnert an die "Lockdowns" in der Corona-Zeit. So hat das Verwaltungsgericht Montpellier entschieden, dass die von einer französischen Bildungsgewerkschaft für diesen Samstag in Montpellier angekündigte Demonstration nicht stattfinden darf. Die Ausgangssperre für unbegleitete Minderjährige gilt heute Abend von 20 Uhr bis morgen früh um 6 Uhr für das Stadtzentrum. Menschenansammlungen sind im Zentrum von Montpellier ebenfalls verboten. Das gleiche Prozedere findet in Lille statt.

Rund 11.000 Menschen nahmen laut der dortigen Präfektur, 26.000 laut Veranstaltern am Samstagmittag an der Demonstration gegen den Rassemblement National in Orléans teil, wo an diesem Wochenende ein Parteitag stattfindet. Die Präfektur teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass sich ihre Schätzung "noch ändern kann", da sich noch einige Teilnehmer auf dem Weg zum Marsch befänden. Die Behörden hatten am Freitag mitgeteilt, dass sie bis zu 30.000 Menschen aus dem linken und Gewerkschaftsspektrum aus ganz Frankreich erwarteten. Auch linke politische Parteien und Verbände haben zu dieser Kundgebung gegen den Rassemblement National aufgerufen.
Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron will mit den innenpolitischen Aufrüstung auf die schweren Krawalle vom vergangenen Wochenende reagieren. Nach Behördenangaben wurden dabei landesweit rund 3.000 Geschäfte beschädigt oder geplündert. In mehreren Städten gingen Fahrzeuge in Flammen auf, in Limoges wurde das Rathaus in Brand gesetzt, Randalierer drangen in öffentliche Gebäude ein.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, mobilisiert Innenminister Laurent Nuñez nun 10.000 zusätzliche Sicherheitskräfte. Unterstützt werden sie von Spezialeinheiten, Hubschraubern, Wasserwerfern und gepanzerten Fahrzeugen. Frankreich ist bekannt für seine rigide und teilweise gewalttätige Polizei.
"Wir werden gegenüber Randalierern, Plünderern und allen, die Gewalt ausüben, kompromisslos sein", kündigte Nuñez am Freitag an. Nach seinen Angaben kursieren in sozialen Netzwerken erneut Aufrufe zu Angriffen im linksradikalen Spektrum auf öffentliche Gebäude und zur Plünderung von Geschäften. Premierminister Sébastien Lecornu warnte bei einem Besuch in Limoges, wo zuletzt das Rathaus brannte: "Die Bedrohungslage ist nach wie vor hoch."
J’ai tenu à saluer ce matin les effectifs de la compagnie d’intervention de Paris de la @prefpolice, mobilisés aujourd’hui à Paris. Je me suis ensuite rendu à la gare du Nord pour constater le dispositif de contrôle des flux et de sécurisation. Nos forces sont mobilisées, notre dispositif est en place. Nous sommes prêts.
— Laurent Nuñez (@NunezLaurent) October 24, 2026
Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, der UN-Menschenrechtsrat sowie Frankreichs unabhängige Ombudsfrau für Bürgerrechte kritisieren seit Jahren die harte Gangart der französischen Sicherheitskräfte bei Großdemonstrationen. Im Fokus der Kritik stehen insbesondere der Einsatz umstrittener Waffen wie Gummigeschoss-Werfer (LBD) und Schockgranaten, die immer wieder zu schweren Verletzungen bei Demonstrierenden und Unbeteiligten führten.
Mehr zum Thema – Kopftuch, marode Schulen, fehlende Lehrer: Österreichs Jugend protestiert
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
