"In vielerlei Hinsicht richtungsweisend": Welche Waffen Russland in Ägypten zeigt

Bei der Flug- und Weltraummesse in Ägypten wird Russland neue Modelle von Flugzeugen, Drohnen und Drohnenabwehrkomplexen demonstrieren. Analytiker betonen, dass vor dem Hintergrund der Sonderoperation die Nachfrage nach russischen Waffen zugenommen habe.

Von Alexei Latyschew

Am 8. September hat in Ägypten die internationale Flug- und Weltraummesse El Alamein International Airshow begonnen. Russland stellt dort neue, moderne Waffen vor.

Insbesondere wird auf dem Forum das modernisierte Schul- und Kampfflugzeug Jak-130M vorgestellt, das im Juni seinen Jungfernflug absolviert hat. Die neue Jakowlew erhielt fortschrittliche Bordsysteme, eine neue Radaranlage und ein erweitertes Waffenkomplex.

Moderne Kommunikationsgeräte erlauben der Jak-130M einen Austausch von taktischen Daten sowohl mit anderen Flugzeugen als auch mit Bodenleitstellen. Laut Angaben des Vereinigten Flugzeugbaukonzerns (OAK) wurde das Schul- und Kampfflugzeug Jak-130M faktisch zu einem "vollwertigen leichten Jäger, der die Möglichkeiten des Gegners erheblich übersteigt".

Zum Hauptstück der russischen Exposition wird die Exportvariante des Jägers der fünften Generation Su-57E. Die Maschine wird nicht nur am Boden besichtigt werden können, sondern auch Demonstrationsflüge vorführen.

Parallel zur Su-57E werden in Ägypten die speziell dafür entwickelten Waffensysteme vorgestellt. Zuvor wurden sie weder in Russland noch im Ausland vorgestellt. Dazu gehören laut OAK insbesondere die Weltpremiere der Waffenplattform S-71M und der Flugbombe S-71K.

Die Su-57E war bereits ins Ausland exportiert worden. Einer der ersten Importeure dieser Maschinen war Algerien. Laut Angaben des Militärpiloten Wladimir Popow sei die Su-57E heute "eines der am meisten nachgefragten" russischen Flugzeuge:

"Die Maschine kann im Nahen Osten für Interesse sorgen, wo man unsere Technik kennt. Unsere Flugzeuge sind recht einfach in der Bedienung und zuverlässig. Im Vergleich zu chinesischen und US-amerikanischen Modellen ist ihr Preis durchaus wettbewerbsfähig. Es reicht zu sagen, dass die US-amerikanische F-35 heute als der teuerste Jäger in der Welt und in der Geschichte überhaupt gilt."

Die letzte Verteidigungslinie

Die russische Firma "Wyssokototschnyje komplexy" (Hochpräzise Komplexe) wird auf der El Alamein International Airshow erstmals das Flugabwehrsystem Bison vorstellen. Der Komplex wurde zum Schutz von Infrastrukturobjekten vor Drohnen entwickelt und soll die allgemeine Architektur der gestaffelten Luftabwehr ergänzen.

Bison wurde speziell zur Bekämpfung von tieffliegenden kleinen Zielen entwickelt. Solche Objekte stellen ein schwieriges Ziel für herkömmliche Luftabwehrkomplexe dar. Zum Abschuss von Drohnen ist die Bison mit Maschinengewehren vom Typ PKT im Kaliber 7,62 Millimeter ausgestattet. In der Mitteilung von "Wyssokototschnyje komplexy" heißt es dazu:

"Das System ortet und erfasst selbstständig Drohnen und übermittelt die Zieldaten an die Maschinengewehranlagen. Dem Operator bleibt nur, die Entscheidung zu Feuern zu treffen."

Dabei nutzt Bison nicht nur Zielangaben von auswärtigen Ortungsmitteln, sondern übermittelt auch eigene Informationen.

Der Komplex steht bereits im Dienst und trifft erfolgreich reale Ziele, wobei er eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit aufweist. Die Entwickler bezeichnen ihn als die letzte Verteidigungslinie, die zum Einsatz kommt, wenn es auf Sekunden ankommt.

Nach Meinung des Kommentators der Zeitung Komsomolskaja Prawsa, Oberst a. D. Wladimir Baranz, seien Systeme vom Typ Bison unter Bedingungen moderner Konflikte, die sich durch massenhafte Drohnenangriffe auszeichnen, extrem nachgefragt:

"Wir werden von ganzen Horden von Drohnen angegriffen. Russland sucht jetzt im Eiltempo nach einem Gegenmittel. Die Entwicklungen laufen in unterschiedlichen Bereichen – dazu gehören sowohl Angriffsdrohnen, als auch Kamikazedrohnen als auch Systeme der elektronischen Kampfführung. Bison ist gerade das Ergebnis solcher Entwicklungen."

Neben dem Bison-Komplex brachte "Wyssokototschnyje komplexy" auch die weltweit bekannten Luftabwehrkomplexe vom Typ Panzyr nach Ägypten. Auf der Messe werden zwei Modifikationen, Panzyr-S1M und Panzyr‑SMD‑E, vorgestellt. Darüber hinaus werden die Mehrzwecklenkrakete 305E, das tragbare Luftabwehrsystem Werba, das tragbare Panzerabwehrsystem Kornet-EM, das Lenkgeschoss Krasnopol-M2 sowie eine Reihe weiterer Waffensysteme demonstriert.

"Unsere Waffen werden sehr geschätzt"

Auch der Kalaschnikow-Konzern nimmt an der Messe in Ägypten teil. Dabei wird die Modellreihe der Kamikazedrohnen vom Typ KUB vorgestellt: KUB-2-E, KUB-10E und KUB-10ME. Außerdem gehören das tragbare Aufklärungs- und Kampfsystem RUS-PE mit Lenkgeschossen sowie die zivile Drohne SKAT 350M zur Exposition.

Experten zufolge erfreut sich die russische Militärproduktion einer traditionell hohen Nachfrage auf dem weltweiten Waffenmarkt. Baranez erklärte:

"Russland war jahrzehntelang stabil einer der führenden Waffenexporteure. Wir haben Verbündete, die europäische und US-amerikanische Sanktionen ignorieren und bei uns Technik kaufen. Und Moskau wird mit Vergnügen mit ihnen zusammenarbeiten."

Popow meint seinerseits, dass die Erfahrung der Sonderoperation die Reputation der russischen Waffen in der Welt noch weiter gefestigt hat:

"Die Bedeutung der russischen Waffen insgesamt hat zugenommen, besonders im Bereich der Drohnen und Drohnenbekämpfung. Wir haben gute Entwicklungen, die in vielerlei Hinsicht richtungsweisend sind. Es gibt Erfahrungen beim Einsatz unserer Technik unter Kampfbedingungen: Die Waffen zeigen sich sehr gut, und das ist die beste Werbung. Ausländische Wettbewerber stellen ihre Produktion im günstigen Licht dar. Doch Testeinsätze sind das eine und reale Gefechte das andere. Also werden russische Waffen heute sehr hoch geschätzt."

Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst veröffentlicht bei RT am 9. September.

Mehr zum Thema Die Unterdrückung der Starlink-Verbindung rückt in greifbare Nähe